Wie stark engagieren sich die Sojahändler für eine Sojabranche ohne Naturzerstörung?

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Im Jahr 2021 veröffentlicht der WWF seine erste Sojahändler-Scorecard, in der die 22 einflussreichsten Sojahändler untersucht werden, die für mehr als zwei Drittel der globalen Sojaexporte verantwortlich sind. Diese Scorecard untersucht ihre Selbstverpflichtungen, Aktivitäten, Fortschritte, Transparenz und Kooperationen, die darauf abzielen die Entwaldung, die Zerstörung anderer Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen in Soja-Lieferketten zu beenden.

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22 SOJAHÄNDLER WURDEN BEURTEILT

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Angesichts ihres Einflusses bei der Beschaffung, der Verarbeitung und im Handel mit Soja können und müssen diese Unternehmen eine entscheidende Rolle dabei spielen, den Wandel in der Sojabranche dahingehend voranzutreiben, dass auf Entwaldung, auf die Zerstörung anderer Ökosysteme und auf Menschenrechtsverletzungen verzichtet wird. Dies kann gelingen, wenn sie gemeinsam das Anspruchsniveau ihrer Selbstverpflichtungen und Umsetzungspläne sowie ihre Transparenz hinsichtlich der im Laufe der Zeit erzielten Fortschritte erhöhen.

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DIE SOJAHÄNDLER-SCORECARD ZEIGT SOWOHL FORTSCHRITTE ALS AUCH LÜCKEN AUF.

© Adriano Gambarini / WWF-Brazil

Die Sojahändler-Scorecard zeigt sowohl Fortschritte als auch Lücken in den Bemühungen der Branche auf, die Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen zu stoppen. Die Scorecard stellt für Sojanutzer entlang der Futter- und Nahrungsmittelketten, sowie auch Finanzinstitutionen und Entscheidungsträger ein transparentes Referenzinstrument dar, das es ihnen ermöglicht, ihr Expositionsrisiko abzuschätzen und ehrgeizige Maßnahmen von Handelsunternehmen innerhalb und außerhalb ihrer Lieferketten einzufordern.

Für Händler ist die Scorecard ein wertvolles Instrument, um Verbesserungsmöglichkeiten in ihrer eigenen Firmenpolitik, ihren Betriebsabläufen und ihrer Berichterstattung zu identifizieren. Sie ermöglicht Peer-Group-Vergleiche und die Möglichkeit, die eigenen Fortschritte im Zeitverlauf zu veranschaulichen.

METHODIK

DIE WICHTIGSTEN ERGEBNISSE

7 DER 9 ANTWORTENDEN HÄNDLER

haben sich eine Selbstverpflichtung zu entwaldungsfreiem Soja auferlegt. Aber nur vier von ihnen schließen auch die Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme (wie Graslandgebiete und Savannen) in ihre Selbstverpflichtung ein.

NUR 3 VON 7 HÄNDLERN

die sich zu entwaldungsfreiem Soja verpflichten, haben ein Zieljahr für die Erreichung ihrer Selbstverpflichtung festgelegt. Die gesetzten Zieljahre reichen von 2025 bis 2030 und spiegeln somit nicht die Dringlichkeit des Problems wider.

KEINER DER 9 ANTWORTENDEN HÄNDLER

hatte 2020 (oder früher) als Stichjahr („cutoff date“) für eines der Biome außerhalb des Amazonasgebiets festgelegt - auch nicht für den brasilianischen Cerrado, trotz jahrelanger Verhandlungen in der Cerrado- Arbeitsgruppe (GTC).

Sieben der neun antwortenden Händler verpflichten sich zum Schutz der Menschenrechte und zur Anwendung des Grundsatzes des „Free, Prior and Informed Consent“ (FPIC: Freie, vorherige und informierte Zustimmung) gegenüber den indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften in ihrer Lieferkette. Aber keiner der Händler verlangte von seinen Zulieferern, dass sie entsprechende Selbstverpflichtungen für ihre eigenen Betriebe eingehen.

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EMPFEHLUNGEN

In der gesamten Lieferkette müssen alle Akteure eine Rolle bei der Eliminierung der Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme und beim Schutz der Menschenrechte durch die Branche spielen. Es gibt klare umsetzungsfähige Maßnahmen, die Sojahändler und-käufer, Kapitalgeber und politische Entscheidungsträger:innen sowohl in den Erzeuger- als auch in den Verbraucherländern ergreifen können. 

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