Analyse

Analyse

Wie ist die Performance der Händler?

Die erste WWF Sojahändler-Scorecard zeigt, dass sich keiner der größten Sojahändler der Welt genug dafür einsetzt, die verheerenden Auswirkungen des Sojaanbaus und -handels auf Wälder, Grasland und Savannen unserer Erde zu stoppen.

Alle in dieser Scorecard bewerteten Sojahändler müssen ihren Worten - und ihrem Schweigen - dringend Taten folgen lassen und sicherstellen, dass in den Soja-Lieferketten auf Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen verzichtet wird.

Nur 9

der kontaktierten Händler antworteten auf die Erhebung

Mehr als die Hälfte der 22 angeschriebenen Händler hat nicht geantwortet.

52% der weltweiten Sojaexporte 

Die neun Händler, die auf die Erhebung geantwortet haben, wickeln 52% der weltweiten Sojaexporte ab.

52.5
VON 100 WAR DIE HÖCHSTE ERREICHTE PUNKTZAHL

Selbst der Spitzenreiter muss noch viel tun, um sich an die von der Accountability Framework-Initiative beschriebenen Best Practices anzupassen.

Bei allen Händlern ist noch viel Luft nach oben

0-100
Keine Antwort
?
0-20
Ungenügend
21-40
Schwach
41-60
Elementar
61-80
Intermediär
81-100
Fortgeschritten

Die 22 in dieser Scorecard bewerteten Händler wurden auf Grundlage ihrer potenziellen Exposition gegenüber den Risiken der Entwaldung und Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme ausgewählt, gemessen an den geschätzten Sojaexportmengen aus den wichtigsten Erzeugerländern (Brasilien, USA, Argentinien und Paraguay) und an Schätzungen zum sojabedingten Entwaldungsrisiko in einigen dieser Gebiete laut ‌trase.earth‌.

Die wichtigsten Ergebnisse

Festlegung und Stärkung von Zielen
1

Viele der größten und exponiertesten Soja-Händler der Welt haben sich verpflichtet, Entwaldung, die Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen in ihren Lieferketten zu bekämpfen. Aber keiner von ihnen ergreift hinreichend Maßnahmen, um diese drängenden Probleme anzugehen.

Keiner der bewerteten Sojahändler beweist Führungsstärke, wenn es darum geht, Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosystemen und Menschenrechtsverletzungen in Sojalieferketten zu bekämpfen. Es gibt sehr viel Luft nach oben, und zwar in allen in dieser Bewertung berücksichtigten Schwerpunktbereichen. Diese Scorecard lässt keine Gruppe führender Sojahändler erkennen, die in der Lage sind, nachhaltige Sojalieferketten zu garantieren.

Wo ehrgeizige Maßnahmen gefordert sind, stellen die Sojahändler einen entscheidenden Engpass dar. Die bewerteten Händler repräsentieren schätzungsweise 69 % der weltweiten Sojaexporte. Aufgrund des Konzentrationsgrades auf dieser Stufe der Lieferkette haben die in dieser Scorecard aufgeführten Handelsunternehmen die Möglichkeit, schnell einen groß angelegten Wandel in der Sojabranche voranzutreiben, indem sie gemeinsam das Anspruchsniveau ihrer Selbstverpflichtungen und Umsetzungspläne anheben.

7 der 9

Händler, die auf die Erhebung geantwortet haben, gaben an, sich entweder zu entwaldungsfreiem Soja verpflichtet zu haben oder zu Soja, dessen Anbau Nicht-Wald-Ökosysteme nicht zerstört. Dieselbe Anzahl hat sich zur Einhaltung aller Menschenrechte verpflichtet.

Was ist der Unterschied zwischen „Entwaldung“ und „Umwandlung?

Der Begriff „ENTWALDUNG“ (engl. „deforestation“) bezeichnet den Verlust natürlichen Waldes durch die Überführung des Waldes in eine landwirtschaftliche oder nicht-forstwirtschaftliche Nutzung, einschließlich Plantagen, oder eine schwere oder anhaltende Zerstörung des Waldökosystems.

Unter „UMWANDLUNG“ (engl. „conversion“) versteht man die Überführung eines natürlichen Ökosystems (einschließlich Wäldern, aber auch Ökosysteme wie Savannen, Grasland, oder Feuchtgebiete!) in eine andere Landnutzung oder eine signifikante Veränderung der Artenzusammensetzung, Struktur oder Funktion des Ökosystems.

 

Ebenso wie Wälder sind auch andere natürliche Ökosysteme entscheidend für Kohlenstoffspeicherung, Biodiversitätsschutz, Wasserversorgung, Minderung von Naturkatastrophen, Anpassung an den Klimawandel und das Wohlergehen indigener Völker und lokaler Gemeinschaften. Unverzichtbare Nicht-Wald-Ökosysteme sind stark von der Umwandlung für den Sojaanbau bedroht, darunter der Cerrado, der Gran Chaco und die nördlichen Great Plains. Deshalb ist es wichtig, nicht nur von "Entwaldung" zu sprechen, sondern auch über "Umwandlung" bzw. "Zerstörung natürlicher Ökosysteme".

2

Bestehende Selbstverpflichtungen zu Soja ohne Zerstörung natürlicher Ökosysteme müssen gestärkt werden: Es fehlen explizite Stichjahre und ehrgeizige Ziele hinsichtlich des Zeitpunkts der Zielerreichung. Die bestehenden Festlegungen gelten weder für alle Teile der Lieferketten der Händler noch für alle gefährdeten Ökosysteme.

Obwohl die Mehrheit der Händler, die an der Erhebung teilgenommen haben, sich zu entwaldungsfreiem Soja verpflichtet haben, decken bei den meisten von ihnen diese Selbstverpflichtungen nicht alle Betriebe, Lieferanten und Beschaffungsregionen ab.

Dies hat zur Folge, dass erhebliche Mengen an Soja, die von diesen Unternehmen bewegt werden, nicht von ihrer Selbstverpflichtung abgedeckt sind und wichtige Lebensräume weiterhin stark von Zerstörung bedroht sind.

Während 4 der 9 Händler,

die geantwortet haben, sich zur Vermeidung der Zerstörung natürlicher Ökosysteme verpflichtet haben, deckt diese Selbstverpflichtung bei dreien von ihnen nur den Verzicht auf Entwaldung ab.

4 der 7 

Händler mit Selbstverpflichtungen zum Verzicht auf Entwaldung verloren Punkte für Einschränkungen des Geltungsbereichs - das heißt, ihre Selbstverpflichtung galt nicht für alle ihre Betriebe, Beschaffungsregionen und/oder indirekten Lieferanten.

Was ist ein „Stichjahr“ und was ist das „Jahr der Zielerreichung"?

Ein STICHJAHR ist das Referenzdatum, nach dem Waren, die auf neu umgewandelten Flächen produziert werden, nicht mehr mit einer Selbstverpflichtung zur Null-Entwaldung oder Zerstörung von Ökosystemen konform sind.

Das JAHR DER ZIELERREICHUNG ist das Datum, bis zu dem das Unternehmen beabsichtigt, seine Selbstverpflichtung vollständig umgesetzt zu haben.

Erfolgsgeschichte

Lachsindustrie auf dem Weg zu Soja ohne Naturzerstörung

Es ist möglich, ein Stichjahr 2020 für Biome außerhalb des Amazonasgebiets umzusetzen. Im Januar 2021 verpflichteten sich drei brasilianische Händler, die die Lachsindustrie mit Soja beliefern - CJ Selecta, Caramuru and Imcopa/Cervejaria Petrópolis - eine 100 Prozent entwaldungs- und umwandlungsfreie Soja-Wertschöpfungskette mit 2020 als Stichjahr umzusetzen.

3

Keiner der bewerteten Händler hatte 2020 (oder einen früheren Zeitpunkt) als  Stichjahr  für eines der Biome außerhalb des Amazonasgebiets festgelegt.

Somit bleiben kritisch wichtige Ökosysteme weiterhin der Gefahr der sojabedingten Zerstörung ausgesetzt. Zwar ist die Aufrechterhaltung des Amazon Soy Moratorium von entscheidender Bedeutung, doch gleichzeitig müssen diese Bemühungen auf andere Biome wie den Cerrado, den Gran Chaco und die Great Plains ausgeweitet werden, damit die sojabedingte Zerstörung von Ökosystemen gestoppt werden kann.

Es reicht nicht aus, eine Selbstverpflichtung zum Verzicht auf Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme zu beschließen, ohne klare Fristen zu setzen, nach denen das Unternehmen kein Soja mehr von Lieferanten abnimmt, das auf in jüngerer Zeit gerodeten oder konvertierten Flächen angebaut wurde.

4

Die Händler versäumen es, explizite und ambitionierte Zielerreichungsjahre festzulegen, bis zu denen sie ihren Selbstverpflichtungen hinsichtlich der Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme nachkommen werden.

Die Händler erkennen nicht die Dringlichkeit, Soja ohne Entwaldung oder Zerstörung anderer Ökosysteme zu erzeugen. Die meisten Händler,  die Selbstverpflichtungen eingegangen sind, haben kein Jahr der Zielerreichung genannt. Sie haben also  kein zeitgebundenes Ziel, auf das sie hinarbeiten könnten. Von den drei Händlern, die sich ein Zielerreichungsjahr gesetzt haben, hat sich keiner zu einer Zielerreichung vor dem Jahr 2025 verpflichtet.

Nur einer der Händler hat sich Zwischenziele gesetzt, auf die er von nun an hinarbeitet.

4 der 7 antwortenden Händler mit Selbstverpflichtungen zum Verzicht auf Entwaldung haben kein Jahr der Zielerreichung genannt, bis zu dem sie versuchen werden, diese vollständig zu erfüllen.

Weitere 3 Händler geben Jahre der Zielerreichung an, die zu weit in der Zukunft liegen: 2025 oder sogar 2030.

KEINE

STICHJAHRE JENSEITS DES AMAZONAS

Keiner der Befragten hatte 2020 (oder einen früheren Zeitpunkt) als Stichjahr für Biome außerhalb des Amazonasgebiets festgelegt.

Soja-Moratorium im Amazonas

(Mauszeiger hier schweben lassen, um mehr zu erfahren)
5

Die meisten der Händler verpflichten sich zu einem gewissen Maß zur Rückverfolgbarkeit des von ihnen bezogenen Sojas. Diese Bemühungen decken jedoch einen großen Teil ihres Handelsvolumens nicht ab.

Händler müssen ihre Bemühungen zur Rückverfolgbarkeit auf ihr gesamtes Handelsvolumen ausweiten, um überprüfen zu können, ob Selbstverpflichtungen hinsichtlich der Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme eingehalten werden. Rückverfolgbarkeit allein ist zwar keine Garantie für Nachhaltigkeit, aber wenn Unternehmen wissen, wo und wie die Produkte in ihren Lieferketten hergestellt werden, können sie die Auswirkungen besser einschätzen und Maßnahmen unterstützen, die Abhilfe schaffen.

8 von 9

Händlern haben sich verpflichtet, einen Teil des von ihnen gehandelten Sojas bis zum jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb zurückverfolgen zu können.

KEINER

von ihnen wendet dies auf seinen gesamten Betrieb an,

was zeigt, dass sie sich nicht vollumfänglich für Rückverfolgbarkeit einsetzen.
Aufbau ethischer Lieferketten
6

Obwohl die meisten der antwortenden Händler Selbstverpflichtungen eingegangen sind, verlangt keiner von ihnen von seinen Lieferanten, dass diese äquivalenten Verpflichtungen nachkommen und in ihrer gesamten betrieblichen Tätigkeit Maßnahmen ergreifen, um Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen Einhalt zu gebieten.

Sojahändler ergreifen zwar Maßnahmen, um diese Probleme in ihrer direkten Lieferbasis anzugehen, doch wenn ihre Lieferanten nicht in ihrer gesamten Geschäftstätigkeit die gleichen Standards anwenden, können die Händler nicht behaupten, dass das Soja entwaldungsfrei, ohne Zerstörung natürlicher Ökosysteme und unter Achtung der Menschenrechte produziert wurde.

Die Händler müssen sicherstellen, dass solche Standards auf Konzernebene in allen Zulieferbetrieben gelten, um ihre Selbstverpflichtungen wirklich zu erfüllen.

Dies sollte nicht nur für die Ländereien gelten, von denen die Händler das Soja beziehen, sondern für alle Ländereien im Besitz der Lieferanten. Darüber hinaus sollte es nicht nur für Soja sondern für alle Rohstoffe gelten, die ihre Lieferanten umschlagen. Dies betrifft Soja in besonderem Maße, da es in der Regel nicht unmittelbar anschließend an die Entwaldung oder Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme angepflanzt wird.

Keiner der Händler verlangte von seinen Lieferanten, dass sie Soja entwaldungsfrei, ohne Zerstörung natürlicher Ökosysteme und unter Achtung der Menschenrechte  produzieren. Somit können Sie nicht behaupten, dass ihr eigenes Soja nicht mit diesen Problemen behaftet ist.

KEINER DER HÄNDLER,

die auf die Erhebung geantwortet haben, verlangte von seinen Lieferanten eine Selbstverpflichtung zur Beachtung der Menschenrechte oder die Sicherstellung der freien vorherigen, informierten und Zustimmung indigener Völker und lokaler Gemeinschaften für neue Landkäufe und -erschließungen.
7

Wenn es darum geht, Fortschritte zu erzielen, nehmen die Soja-Händler ihre indirekten Lieferanten nicht in die Pflicht.

Sojahändler müssen ihre Bemühungen um Rückverfolgbarkeit auf ihre indirekten Lieferanten ausweiten und robuste Kontrollsysteme einrichten, um sicherzustellen, dass die von indirekten Lieferanten produzierten Mengen nicht mit Entwaldung, der Zerstörung anderer Ökosysteme oder mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht werden.

Die Überwachung der Lieferanten sollte auf alle direkten und indirekten Zulieferer ausgeweitet werden. Die Überwachung sollte mindestens vierteljährlich stattfinden und die Ergebnisse sollten unabhängig verifiziert werden.

Von den 8 Händlern, die sich zur Rückverfolgung ihres Sojas bis zum landwirtschaftlichen Betrieb verpflichtet haben, dehnten 4 diese Verpflichtung nicht auf ihre indirekten Lieferanten aus.

Nur 6 der Händler haben sich verpflichtet, ihre indirekten Lieferanten auf die Einhaltung ihrer Selbstverpflichtungen zur Entwaldungsfreiheit zu überwachen.

Nur zwei Händler überwachen die Erzeugerbetriebe ihrer Zwischenhändler jährlich, aber keiner der beiden berichtet öffentlich über die Ergebnisse dieses Monitorings.

8

Die Überwachung der Lieferanten erfolgt nicht mit hinreichender Regelmäßigkeit und wird nicht unabhängig verifiziert.

Alle Händler, die eine Selbstverpflichtung gegen Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme eingegangen sind, haben Schritte unternommen, um zu überprüfen, dass ein Teil des von ihren direkten Lieferanten bezogenen Sojas mit ihren Selbstverpflichtungen konform produziert wird. Um wirklich effektiv zu sein, sollte die Überwachung jedoch regelmäßig - mindestens vierteljährlich - durchgeführt werden und die Ergebnisse sollten durch Dritte verifiziert werden. Die Überwachung indirekter Lieferanten ist auch unerlässlich, wenn sichergestellt werden soll, dass das Soja ohne Entwaldung oder Zerstörung anderer Ökosysteme erzeugt wird.

6 VON 9

Händlern verpflichteten sich, ihre indirekten Lieferanten in irgendeiner Form zu überwachen, aber nur zwei verpflichteten sich, dies jährlich zu tun.

6 HÄNDLER

verpflichteten sich, die landwirtschaftlichen Betriebe ihrer Zwischenhändler zu überwachen - aber auch hier gaben nur zwei der Händler an, dies jährlich zu tun.

KEINER DER HÄNDLER

überwacht seine indirekten Zulieferer effektiv. Das Monitoring beschränkt sich oft auf eine kleine Gruppe indirekter Zulieferer oder einen kleinen geografischen Bereich, oder es wird nur sporadisch durchgeführt.

9

Keiner der Händler unterstützt systematisch die Behebung sozialer und ökologischer Schäden, die sie in ihren Lieferketten möglicherweise verursacht oder zu denen sie beigetragen haben.

Berichterstattung
10

Die Händler bemühen sich, über Fortschritte bei ihren Selbstverpflichtungen hinsichtlich der Entwaldung und der Zerstörung natürlicher Ökosysteme zu berichten. Allerdings mangelt es dabei oft an Deutlichkeit. Fast keiner der Händler lässt die gemeldeten Fortschritte unabhängig verifizieren.

Nur vier der Händler mit einer Selbstverpflichtung zu Soja, das ohne Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme produziert wird, gaben den Prozentsatz ihres gesamten Engagements im Sojamarkt an, der schätzungsweise mit ihren Selbstverpflichtungen konform ist. Die angegebenen Prozentsätze sind zum Teil recht hoch; in einem Fall erreichten sie 99 %. 

Wenn aber ein Händler ohne ein klares Stichjahr als Basiswert eine geringe jährliche Rate für die Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme im Zusammenhang mit seinen Lieferketten angibt, kann dieser Wert irreführend sein, da es keinen klaren, festen Referenzzeitpunkt gibt, auf dessen Basis dieser Prozentsatz berechnet wird.

Die Methoden zur Berechnung der Konformitätsraten sind oft nicht fundiert (auf Branchendurchschnitten statt auf spezifischen Daten basierend) und entsprechen in den meisten Fällen nicht den tatsächlich verifizierten, ohne Zerstörung von Wald und anderen Ökosystemen produzierten Mengen oder bestimmten Lieferanten.

Die Händler sollten eine Verifizierung durch Dritte vornehmen lassen, was ihnen sicherer und glaubwürdiger bestätigen würde, dass das beschaffte Soja oder andere Rohstoffe ohne Entwaldung oder die Zerstörung natürlicher Ökosysteme produziert wurden. Diesen Schritt geht aber keiner der Händler für seine gesamte betriebliche Tätigkeit diese in ihrem gesamten Tätigkeitsbereich in ihrer gesamten betrieblichen Tätigkeit. Keiner der Händler meldete eine 100-prozentige Rückverfolgbarkeit bis zum landwirtschaftlichen Betrieb für alle Beschaffungsregionen.

8 VON 9 HÄNDLERN MELDETEN ERFÜLLUNGSGRADE

4 für ihr gesamtes Handelsvolumen
4 für einen Teil ihres Handelsvolumens

2 VON 9 KÖNNEN EINE VERIFIZIERUNG
DURCH DRITTE VORWEISEN

1 für sein gesamtes konformes Handelsvolumen

1 für einen Teil seines Handelsvolumens

7 VON 9 BERICHTEN JÄHRLICH ZUR RÜCKVERFOLGBARKEIT

3 mit Verifizierung durch Dritte

3 mit interner Verifizierung

1 ohne Verifizierung

Transparenz steigern
11

Ein kritischer Mangel an Transparenz bei der Offenlegung von Informationen hinsichtlich ihrer Exposition gegenüber dem Risiko von Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme ist evident. 
 

Die 22 angeschriebenen Händler zeigen einen kritischen Mangel an Transparenz. Während 13 von ihnen gar nicht auf die Erhebung geantwortet haben, hat von den 9, die geantwortet haben, keiner die Gesamtmenge des von ihnen bezogenen Sojas angegeben, und keiner hat die Standorte der landwirtschaftlichen Betriebe offengelegt, von denen er sein Soja bezieht.

Dieser Mangel an Transparenz bedeutet, dass in der Lieferkette nachgelagerte Akteure weder in der Lage sind, Aussagen hinsichtlich der Konformität mit den Selbstverpflichtungen der Händler zu verifizieren, noch möglicherweise aufgetretene soziale oder ökologische Schäden zu identifizieren oder zu beheben. Sie können also nicht überprüfen, ob die Ware mit ihren eigenen Selbstverpflichtungen konform ist.

KEINER

der Händler gab die Gesamtmenge des von ihm gehandelten Sojas an

KEINER

der Händler legte die Anbaubetriebe, direkten oder indirekten Zulieferer offen

13 VON 22

der angeschriebenen Händler haben nicht auf die Erhebung geantwortet

Zusammenarbeit für den Wandel
12

Zwar gibt es eine Zusammenarbeit der Händler mit vielen Akteuren, aber diese muss gestärkt und stärker fokussiert werden, um vor Ort konkret und in großem Maßstab Wirkung zu zeigen. 

Die Händler haben zwar Anstrengungen unternommen, um die Nachhaltigkeitsprobleme in der Branche anzugehen, aber diese Initiativen haben noch nicht den weitreichenden Wandel gebracht, der so dringend benötigt wird.

Die Händler müssen weiterhin untereinander, mit Produzenten, mit Sojakäufern, mit Regierungen und mit der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um die individuellen und kollektiven Anstrengungen in Richtung einer Sojabranche zu verstärken, die Mensch und Natur zugutekommt. Entscheidend ist auch, dass diese Kooperationen explizite Mandate in der Sojalieferkette und darüber hinaus haben, um jegliche Entwaldung und Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme sowie damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen zu beenden. Gleichzeitig müssen sich diese Mandate durch energisches Handeln kennzeichnen, das sich vor Ort messbar auswirkt. Der Rest der Branche kann nur vorankommen, wenn die Handelsunternehmen bereit sind, weitere Schritte zu tätigen und ihre Selbstverpflichtungen, Umsetzung, Überwachung, Berichterstattung und Transparenzbemühungen zu verbessern.
 

8 der 9

antwortenden Händler sind Mitglieder von Biom-spezifischen Arbeitsgruppen zur Bekämpfung sojabedingter Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme. Nur 5 von ihnen sind Mitglieder entsprechender Initiativen in Importmärkten.
 

13

Die bewerteten Händler haben keine ambitionierten Klimaziele

In einem sehr wichtigen Jahr für den Klimaschutz, wenige Monate vor der UN-Klimakonferenz COP26, hatte nur einer der 22 bewerteten Händler ein wissenschaftsbasiertes Ziel vorgelegt, um seine Emissionen im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens zu reduzieren. Allerdings steht dieses Ziel nicht im Einklang mit der Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau, sondern entspricht 2 °C Erwärmung. Laut dem Weltklimarat (IPCC) würde ein Temperaturanstieg von 2 °C unter anderem extreme Wetterereignisse, den Anstieg des Meeresspiegels, den Rückgang des arktischen Meereises, die Korallenbleiche und den Verlust von Ökosystemen verstärken.. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass alle Händler ehrgeizige, wissenschaftsbasierte Netto-Null-Emissionsziele im Einklang mit einer 1,5 °C-Zukunft festlegen, die die Bereiche 1, 2 und 3 des Treibhausgasprotokolls abdecken.