Methodik

Methodik

WIE WURDEN DIE HÄNDLER BEWERTET?

Die Sojahändler-Scorecard bewertet 22 am Handel mit Soja beteiligte Unternehmen hinsichtlich der Selbstverpflichtungen, die sie eingegangen sind, und der Maßnahmen, die sie ergriffen haben, um sicherzustellen, dass es in ihren Lieferketten nicht zu Naturzerstörung oder Menschenrechtsverletzungen kommt.

WER WURDE BEWERTET?

Die Unternehmen wurden auf der Grundlage ihrer potenziellen Exposition gegenüber dem Risiko der Entwaldung/der Zerstörung anderer Ökosysteme ausgewählt. Gemessen wurde diese Exposition an den geschätzten Sojaexportmengen aus den wichtigsten Erzeugerländern (Brasilien, USA, Argentinien und Paraguay, die zusammen 84 Prozent des globalen Sojaanbaus im Jahr 2020 ausmachten) und an Schätzungen zum sojabedingten Entwaldungsrisiko in einigen dieser Gebiete laut trase.earth.

WELCHE DATEN WURDEN ERFASST?

Die in Zusammenarbeit mit Global Canopy entwickelten Fragebögen wurden an Unternehmen zur Selbstauskunft verschickt und enthielten vorwiegend Fragen zur Entwaldung und Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme. Die Umfragen wurden mit Daten vorbelegt, die von den Unternehmen öffentlich gemeldet und im Rahmen der Forest 500-Bewertungen gesammelt wurden und/oder mit Angaben von trase.earth zu Handelsvolumen und Schätzungen hinsichtlich des Entwaldungsrisikos. Weitere Hinweise zu Selbstverpflichtungen der Unternehmen und Maßnahmen zu deren Umsetzung sind im Accountability Framework zu finden.  

Die Unternehmen wurden aufgefordert, die Informationen vor der Veröffentlichung zu prüfen, zu aktualisieren und zu ergänzen und erhielten dazu eine detaillierte Anleitung.

Nur neun der Händler haben auf die Erhebung geantwortet und zusätzliche Informationen zur Verfügung gestellt. Die Selbstverpflichtungen derjenigen, die nicht geantwortet haben, wurden soweit wie möglich auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen ermittelt, die von Forest 500 erfasst worden waren, sowie durch zusätzliche Sekundärforschung.

Sehen Sie sich hier die Wertungen der bewerteten Unternehmen an.

Die Scorecard bewertet 22 der größten Sojahändler hinsichtlich ihrer Maßnahmen zur Beendigung sojabedingter Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Verstöße gegen die Menschenrechte

Bewertungskriterien

1.Selbstverpflichtungen und ihre Stärke
30 Punkte | 30% DER GESAMTPUNKTZAHL 

Dieser Abschnitt konzentriert sich auf die Selbstverpflichtungen der Händler in Bezug auf Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme, Rückverfolgbarkeit und Menschenrechte in ihren Lieferketten und darauf, ob diese Selbstverpflichtungen ihre gesamte Geschäftstätigkeit und Soja-Beschaffung abdecken.

Schutz von Wäldern und anderen natürlichen Ökosystemen - 53.33%

Sojahändler müssen eine zeitgebundene Selbstverpflichtung zur Null-Entwaldung und Zerstörung anderer Ökosysteme in ihren Lieferketten eingegangen sein, mit einem Stichjahr von spätestens 2020 (in Übereinstimmung mit der New York Declaration on Forests und dem Ziel 15.2 der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung). Diese Selbstverpflichtung sollte für alle Regionen, in denen das Unternehmen tätig ist, und für die gesamte Unternehmensgruppe gelten. Für die vollständige Umsetzung sollte das Jahr der Zielerreichung klar definiert sein und so früh wie möglich liegen, jedoch nicht später als 2025. Zwischenmeilensteine sollten ebenfalls definiert sein.

Schlüsselindikatoren
Vorhandensein öffentlicher Verpflichtungen bezüglich Entwaldung/Zerstörung natürlicher Ökosysteme 2 Punkte
Hat das Unternehmen sich eine öffentliche Verpflichtung zu einer 100%igen Produktion/Beschaffung ohne Zerstörung natürlicher Ökosysteme (wie von AFi definiert) unabhängig von der Marktnachfrage auferlegt?
Stichjahre 6 Punkte
Amazonas
Cerrado
Gran Chaco
Pampa
Chiquitania
Espinal
Pantanal
Donaudelta
Nördliche Great Plains
Global (alle anderen Biome)
Entwaldung/Zerstörung natürlicher Ökosysteme - Umfang der Selbstverpflichtungen 2 Punkte
Alle Betriebe, alle Tochtergesellschaften, alle Geschäftsbereiche und Importmärkte
Alle Arten von Soja, die gehandelt werden (Sojabohnen, Sojamehl und Sojaöl)
Alle Regionen/Biome
Alle direkten und indirekten Lieferanten
Zielerreichungsjahr 3 Punkte
Wie schnell sieht das Unternehmen vor, seine Selbstverpflichtungen hinsichtlich Entwaldung/Zerstörung anderer Ökosysteme zu erfüllen?
Wann wurde dieses Ziel/Datum zuletzt überprüft oder aktualisiert?
Zwischenziele und Meilensteine 3 Punkte
Sind hinsichtlich der Selbstverpflichtungen des Unternehmens zur Eliminierung von Entwaldung und Zerstörung anderer Ökosysteme zeitgebundene Ziele und Meilensteine festgelegt?

Achtung der Menschenrechte - 26.67%

Da Entwaldung und die Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme Hand in Hand mit Menschenrechtsverletzungen gehen, müssen sich Sojahändler dazu verpflichten, international anerkannte Menschenrechte zu achten, mit besonderem Augenmerk auf die Anwendung des Grundsatzes des „Free, Prior and Informed Consent“ (FPIC: Freie, vorherige und informierte Zustimmung) gegenüber den indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften im Vorfeld jeglicher Aktivitäten, die ihre Rechte, ihr Land, ihre Ressourcen, ihre Territorien, ihren Lebensunterhalt oder ihre Ernährungssicherheit beeinträchtigen könnten. Diese Selbstverpflichtungen sollten für alle Regionen, in denen das Unternehmen tätig ist, und für die gesamte Unternehmensgruppe gelten.

Schlüsselindikatoren
Vorhandensein einer öffentlichen Selbstverpflichtung zur Achtung der Menschenrechte 2 Punkte
Ist das Unternehmen eine öffentliche Selbstverpflichtung zur Achtung der international anerkannten Menschenrechte (einschließlich der Rechte von Arbeitnehmern, indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften) eingegangen und gewährleistet es diese Achtung gleichermaßen für alle Personen und Gruppen?
Menschenrechte - Umfang der Selbstverpflichtungen 2 Punkte
Alle Betriebe, alle Tochtergesellschaften, alle Geschäftsbereiche und Importmärkte
Alle Arten von Soja, die gehandelt werden (Sojabohnen, Sojamehl und Sojaöl)
Alle Regionen/Biome
Alle direkten und indirekten Lieferanten
Menschenrechte - FPIC 2 Punkte
Hat das Unternehmen eine Selbstverpflichtung oder eine Lieferantenpolitik, die von den Lieferanten verlangt, die freie vorherige, informierte und dokumentierte Zustimmung (FPIC) potenziell betroffener indigener Völker und/oder lokaler Gemeinschaften einzuholen, bevor neue Anteile an Land oder Ressourcen erworben oder neue Entwicklungen oder Expansionen in Gang gesetzt werden?
Sind die Selbstverpflichtungen des Unternehmens hinsichtlich FPIC oder die entsprechenden betrieblichen Regelungen vollständig an den im Accountability Framework beschriebenen Kernelementen eines effektiven FPIC-Prozesses ausgerichtet?
FPIC - Umfang der Selbstverpflichtungen 2 Punkte
Alle Betriebe, alle Tochtergesellschaften, alle Geschäftsbereiche und Importmärkte
Alle Arten von Soja, die gehandelt werden (Sojabohnen, Sojamehl und Sojaöl)
Alle Regionen/Biome
Alle direkten und indirekten Lieferanten

Rückverfolgbarkeit - 20%

Rückverfolgbarkeit allein ist zwar keine Garantie für Nachhaltigkeit, aber sie kann Unternehmen dabei helfen, die Nachhaltigkeit ihrer eigenen Lieferkette zu verstehen und zu verbessern und die Unterstützung über die eigene Lieferkette hinaus auszuweiten. Sojahändler sollten sich verpflichten, ihre Lieferkette bis auf die Ebene des landwirtschaftlichen Betriebs zurückzuverfolgen, um die Einhaltung ihrer Selbstverpflichtungen überprüfen zu können. Die Selbstverpflichtung sollte für alle Beschaffungen in allen Regionen und für die gesamte Unternehmensgruppe gelten. Das Jahr der Zielerreichung sollte klar definiert sein und so früh wie möglich liegen, jedoch nicht später als 2025.

Schlüsselindikatoren
Rückverfolgbarkeit 2 Punkte
Ist das Unternehmen eine Selbstverpflichtung zur Rückverfolgbarkeit des von ihm bezogenen Sojas eingegangen? Zu welchem Grad der Rückverfolgbarkeit verpflichtet sich das Unternehmen?
Rückverfolgbarkeit - Umfang der Selbstverpflichtungen 2 Punkte
Alle Betriebe, alle Tochtergesellschaften, alle Geschäftsbereiche und Importmärkte
Alle Arten von Soja, die gehandelt werden (Sojabohnen, Sojamehl und Sojaöl)
Alle Regionen/Biome
Alle direkten und indirekten Lieferanten
Rückverfolgbarkeit - Zielerreichungsjahr 2 Punkte
Wie schnell sieht das Unternehmen vor, seine Selbstverpflichtungen zur Rückverfolgbarkeit zu erfüllen?
Wann wurde dieses Ziel/Datum zuletzt überprüft oder aktualisiert?
2.Aufbau ethischer Lieferketten
33 Punkte | 33% DER GESAMTPUNKTZAHL 

Dieser Abschnitt untersucht, wie die Händler ihren Selbstverpflichtungen in ihrer gesamten Lieferkette nachkommen, und befasst sich mit Indikatoren wie der Durchführung von Risikobewertungen in der gesamten Lieferkette, der Überwachung der Lieferanten und der Verifizierung der Einhaltung der Selbstverpflichtungen und diesbezüglicher Fortschritte.

Unternehmenssysteme und -prozesse - 6.06%

Um ihre Selbstverpflichtungen in ihren Betrieb und ihre Entscheidungsfindung einzubetten, müssen Händler effektive interne Prozesse und Systeme entwickeln. Händler müssen die Verantwortung und Rechenschaftspflicht für Fragen der Entwaldung/ Zerstörung anderer Ökosysteme auf höchster Führungsebene ansiedeln, einschließlich der Ebene des CEO und/oder des Vorstands. Damit Missstände frühzeitig angesprochen und direkt behoben werden können, sollten alle Unternehmen einen effektiven Beschwerdemechanismus einrichten, der Einzelpersonen und Gemeinschaften leicht zugänglich ist.

Schlüsselindikatoren
Aufsicht durch den Vorstand 1 Punkt
Verfügt der Vorstand des Unternehmens über einen Ausschuss oder gibt es eine hochrangige Managementposition, die sich formell mit Fragen der Entwaldung/Zerstörung anderer Ökosysteme befasst?
Vergütung der Führungskräfte 0 Punkte
Verknüpft das Unternehmen die Vergütung von Führungskräften mit Fragen der Entwaldung?
Wie hoch ist der mögliche prozentuale Einkommensverlust?
Beschwerdemechanismus 1 Punkt
Verfügt das Unternehmen über Beschwerdemechanismen, um negative soziale oder ökologische Auswirkungen im Zusammenhang mit seiner Geschäftstätigkeit und/oder Lieferkette zu identifizieren und zu beheben? Welche Art von Beschwerdemechanismus verwendet das Unternehmen (einen eigenen Mechanismus, den einer externen Stelle, etc.)?
Ist er allen Akteuren öffentlich zugänglich?
Gibt es eine Beschreibung des Prozesses und der Verfahren, die befolgt werden, wenn eine Beschwerde vorgebracht wird?
Werden vorgebrachte Beschwerden und die Reaktionen darauf bzw. die Schlichtungsentscheidungen veröffentlicht?
Welcher Art ist der Beschwerdemechanismus, den das Unternehmen anwendet (eigener Mechanismus, externe Stelle, etc.)?

Beurteilung der Lieferkette - 6.06%

Sojahändler müssen Entwaldung und die Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme transparent als Geschäftsrisiko identifizieren und regelmäßige Risikobewertungen durchführen, die alle vom Unternehmen produzierten und bezogenen Sojamengen umfassen. Sojahändler müssen auch sicherstellen, dass alle ihre Betriebsabläufe und ihre Beschaffung mit allen einschlägigen Gesetzen konform sind und sollten anhand entsprechender Bewertungen sicherzustellen, dass dies der Fall ist.

Schlüsselindikatoren
Risikobewertung und Due Diligence 1 Punkt
Führt das Unternehmen Risikobewertungen in Bezug auf das Risiko der Entwaldung/Zerstörung anderer Ökosysteme durch? Werden die Ergebnisse der Bewertungen öffentlich zugänglich gemacht?
Werden die Ergebnisse veröffentlicht?
Einhaltung geltender Gesetze 1 Punkt
Führt das Unternehmen Bewertungen durch, um zu gewährleisten, dass seine Betriebsabläufe und Lieferketten mit allen geltenden Gesetzen konform sind?
Beinhalten diese Bewertungen mögliche zukünftige Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen?

Management für Compliance in der Lieferkette - 57.58%

Händler müssen über robuste Systeme für das Lieferantenmanagement und die Einbindung von Lieferanten verfügen, um Fortschritte hinsichtlich der Selbstverpflichtung zur Beendigung der Entwaldung und Zerstörung anderer Ökosysteme zu gewährleisten, und um Probleme schnell und effektiv zu lösen. Sie müssen: Kriterien hinsichtlich der Entwaldung und Zerstörung anderer Ökosysteme in ihre Handels- und Soja-Beschaffungsentscheidungen einbinden; klare Kriterien für den Ausschluss nicht-konformer Lieferanten veröffentlichen; und mit nicht-konformen Lieferanten Maßnahmenpläne für entsprechende Verbesserungen vereinbaren. Vor der Erschließung oder dem Erwerb von Grundstücken müssen die Unternehmen Sozial- und Umweltverträglichkeitsprüfungen in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Accountability Framework durchführen oder ihre Zulieferer bei der Durchführung unterstützen. Unternehmen müssen für Abhilfe sorgen (oder von allen Zulieferern, die Land besitzen oder verwalten, verlangen und sie dabei unterstützen, für Abhilfe zu sorgen), falls negative soziale Auswirkungen im Zusammenhang mit früheren Handlungen oder mit der Landbewirtschaftung des Unternehmens auftreten, und nach dem Stichjahr umgewandeltes Land renaturieren. Diese Anforderungen stehen im Einklang mit den internationalen Menschenrechtsbestimmungen, nationalen Gesetzen und vielen freiwilligen Verpflichtungen, die das Recht auf eine wirksame Abhilfe bei Beeinträchtigungen der Menschenrechte bekräftigen.

Schlüsselindikatoren
Einbettung in die Entscheidungsfindung 2 Punkte
Verfügt das Unternehmen über interne Prozesse, denen die Beschaffungsteams und Handelsabteilungen folgen, um den Erfüllungsgrad der Selbstverpflichtungen zu prüfen und die Erkenntnisse in die Entscheidungsfindung einzubeziehen?
Verfügen die Handelsabteilungen und die Verantwortlichen für die Soja-Beschaffung über eine Liste mit nicht-konformen Lieferanten, die aufgrund ihrer Beteiligung an der Entwaldung ausgeschlossen werden sollten?
Betriebsabläufe und Engagement der Lieferanten: Schwellenwerte 2 Punkte
Hat das Unternehmen bestimmte Schwellenwerte/Auslöser für die Suspendierung von Lieferanten im Falle der Nichtkonformität festgelegt?
Betriebsabläufe und Lieferantenengagement: zeitgebundene Pläne 5 Punkte
Legt das Unternehmen zeitgebundene Maßnahmen Pläne für nicht-konforme Betriebe und Lieferanten fest, um die Nichtkonformitäten anzugehen und zu beheben?
Wenn ja, legt das Unternehmen zeitgebundene Maßnahmenpläne für landwirtschaftliche Zulieferer, einschließlich indirekter Zulieferer, fest?
Umgang mit nicht-konformen Lieferanten 2 Punkte
Bietet das Unternehmen seinen Lieferanten Unterstützung bei der Einhaltung ihrer Selbstverpflichtungen an? Wie hoch ist der Prozentsatz des Handelsvolumens in der Lieferkette des Unternehmens, welcher auf Lieferanten entfällt, die derzeit auf diese Weise unterstützt werden?
Art der Unterstützung:
Wie vielen der Lieferanten des Unternehmens kommt diese Unterstützung derzeit zuteil?
Wie viel Prozent des Handelsvolumens des Unternehmens entfallen auf derart unterstützte Lieferanten?
Förderung der Ausweitung des Sojaanbaus auf gerodetem Land 0 Punkte
Bietet das Unternehmen Sojaproduzenten technische und/oder finanzielle Unterstützung an, um die Ausweitung des Sojaanbaus auf bereits gerodetem Land zu fördern?
Wie viele Hersteller werden derzeit in dieser Hinsicht unterstützt?
Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen 4 Punkte
Führt das Unternehmen Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen für jede neue Standortentwicklung oder jeden Landerwerb durch das Unternehmen durch?
Sind die Lieferanten verpflichtet, Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen für die Erschließung neuer Standorte oder den Landerwerb durchzuführen?
Schadensbehebung und Renaturierung 4 Punkte
Für unternehmenseigenes oder durch das Unternehmen bewirtschaftetes Land: Sorgt das Unternehmen für Abhilfe im Falle negativer sozialer Auswirkungen?
Für unternehmenseigenes oder durch das Unternehmen bewirtschaftetes Land: Renaturiert das Unternehmen Land, das nach dem Stichjahr entwaldet wurde?
Für Lieferanten: Sind die Lieferanten verpflichtet, im Falle negativer sozialer Auswirkungen für Abhilfe zu sorgen?
Für Lieferanten: Sind die Lieferanten verpflichtet, nach dem Stichjahr umgewandelte Flächen zu renaturieren?

Anforderungen an Lieferanten - 12.12%

Sojahändler sollten von ihren Lieferanten verlangen, dass diese in ihrem gesamten Betrieb (und nicht nur bezüglich der an den Händler gelieferten Mengen) Maßnahmen ergreifen, um Entwaldung, die Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen aus der Sojaproduktion zu eliminieren. Maßnahmen, die die Praktiken der Lieferanten als Ganzes bewegen, verhindern dass die Probleme nur verlagert werden und kaskadieren Best-Practice die Lieferkette hinauf.

Schlüsselindikatoren
Anforderungen an die Selbstverpflichtungen der Lieferanten 4 Punkte
Selbstverpflichtung, Entwaldung und Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme auf null zu reduzieren
Selbstverpflichtung zur Achtung der Menschenrechte, die sowohl die Rechte der Arbeitnehmer als auch die Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften umfasst
Selbstverpflichtung zur Achtung des Rechts der lokalen Gemeinschaften auf FPIC

Überwachung und Verifizierung - 18.18%

Sojahändler müssen direkte und indirekte Lieferanten - einschließlich der Anbaubetriebe - sorgfältig auf die Anforderungen hinsichtlich der Entwaldung und Zerstörung anderer Ökosysteme hin überwachen. Monitoringprotokolle sollten vollständig transparent und von Dritten verifiziert sein, und Organisationen der Zivilgesellschaft sollten an ihrer Entwicklung beteiligt sein.

Schlüsselindikatoren
Monitoring direkter Lieferanten 1 Punkt
Überwacht das Unternehmen direkte Lieferanten (z. B. Sojaproduzenten) hinsichtlich Entwaldung und der Zerstörung anderer Ökosysteme?
Werden die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht?
Monitoring indirekter Lieferanten 1 Punkt
Überwacht das Unternehmen Zwischenhändler (z. B. Aggregatoren, andere Händler, Makler, Silobesitzer, Genossenschaften usw.)?
Werden die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht?
Monitoring indirekter Lieferanten - Herkunftsbetriebe 1 Punkt
Unterzieht das Unternehmen die landwirtschaftlichen Betriebe, von denen die Zwischenhändler letztendlich ihr Soja beziehen, einem Monitoring (z. B. die Produzenten des von den Zwischenhändlern gekauften Sojas), im Hinblick auf Entwaldung und die Zerstörung anderer Ökosysteme?
Werden die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht?
Qualität der Monitoringprotokolle 3 Punkte
Wurden zivilgesellschaftliche Organisationen an der Entwicklung von Monitoringprotokollen beteiligt?
Werden Monitoringprotokolle öffentlich zugänglich gemacht?
Werden die Berichte/Ergebnisse der Lieferantenüberwachung durch Dritte verifiziert?
3.Berichterstattung
20 Punkte | 20% DER GESAMTPUNKTZAHL 

In diesem Bewertungsabschnitt wird überprüft, ob die Händler über ihre Fortschritte in Bezug auf ihre Selbstverpflichtungen zu Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme oder Rückverfolgbarkeit Bericht erstatten.

Ergebnisse: Entwaldung und Zerstörung anderer Ökosysteme - 75%

Sojahändler müssen schnell handeln, um ihre Selbstverpflichtungen zu erfüllen und die Menge des auf neu konvertierten Flächen produzierten Sojas auf Null zu reduzieren. Sie müssen robuste, unabhängig verifizierte Prozesse anwenden, um ihre Fortschritte zu messen, und diese Anstrengungen mit klarer, öffentlicher Berichterstattung untermauern.

Schlüsselindikatoren
Einhaltung der Selbstverpflichtungen hinsichtlich Entwaldung/Zerstörung anderer Ökosysteme: Berichterstattung 8 Punkte
Hat das Unternehmen in den Jahren 2019 oder 2020 über Fortschritte bei der Umsetzung der Selbstverpflichtungen Bericht erstattet?
Welcher Prozentsatz des Handelsvolumens an Soja im Unternehmensbetrieb oder in der Lieferkette entsprach im letzten Berichtszyklus den Standards hinsichtlich Entwaldung/Zerstörung anderer Ökosysteme?
Einhaltung von Selbstverpflichtungen hinsichtlich Entwaldung/Zerstörung anderer Ökosysteme: Verifizierung 4 Punkte
Wie wird dieser Konformitätsprozentsatz berechnet?
Wird die Fortschrittsberichterstattung des Unternehmens unabhängig verifiziert?
Exposition gegenüber Entwaldungsrisiko in Südamerika 3 Punkte
Brasilien
Bolivien
Argentinien
Paraguay

Ergebnisse: Rückverfolgbarkeit - 25%

Sojahändler müssen öffentlich über die Rückverfolgbarkeit ihrer Lieferketten Bericht erstatten und dabei den Anteil ihrer Mengen, die rückverfolgbar sind, sowie den Grad der Rückverfolgbarkeit klar darlegen. Sie müssen sich bemühen, so schnell wie möglich eine 100%ige Rückverfolgbarkeit bis zum landwirtschaftlichen Betrieb zu erreichen.

Schlüsselindikatoren
Einhaltung der Selbstverpflichtungen zur Rückverfolgbarkeit - Berichterstattung 3 Punkte
Berichtet das Unternehmen öffentlich über die Rückverfolgbarkeit seiner Soja-Lieferketten? Wie viel Prozent des Sojas in der Lieferkette des Unternehmens ist bis zum Herkunftsland rückverfolgbar? Bis zu einem sub-nationalen Ursprung (z.B. Bundesstaat oder Bezirk)? Bis zum landwirtschaftlichen Betrieb?
Prozentualer Anteil, der bis auf die zweite Verwaltungsebene (z. B. Provinzebene) zurückverfolgt werden kann
Prozentualer Anteil, der bis zum Anbaubetrieb zurückverfolgt werden kann
Einhaltung der Selbstverpflichtungen zur Rückverfolgbarkeit - Verifizierung 2 Punkte
Wie wird dieser Konformitätsprozentsatz berechnet? Wird die Berichterstattung des Unternehmens hinsichtlich der gemachten Fortschritte unabhängig überprüft?
Berechnungsmethoden
4.Transparenz steigern
11 Punkte | 11% DER GESAMTPUNKTZAHL 

Eine höhere Transparenz der Sojalieferketten ist entscheidend, um sicherzustellen, dass sie entwaldungsfrei/umwandlungsfrei und frei von menschenrechtlichen Risiken sind. Dieser Abschnitt bewertet, ob die Händler hinsichtlich ihrer Exposition gegenüber sojabedingter Entwaldung Transparenz zeigen.

Unternehmensinformationen und Exposition - 72.73%

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Sojahändler ihre Transparenz in Bezug auf wichtige Unternehmensinformationen erhöhen, damit andere Akteure ihre Exposition gegenüber dem Risiko der Entwaldung oder Zerstörung anderer Ökosysteme einschätzen können. Dazu gehören die bezogenen Mengen nach subnationalen Gebieten, Lieferantenlisten und -standorte sowie weitere Informationen hinsichtlich der Unternehmenstätigkeiten.

Schlüsselindikatoren
Handelsvolumen und Herkunftsgebiet 3 Punkte
Gibt das Unternehmen das Handelsvolumen der jährlich eingekauften Sojabohnen an? Sind sie nach Land und Biom/subnationalem Herkunftsgebiet aufgeschlüsselt?
Handelsvolumen insgesamt
Brasilien: Cerrado
Brasilien: Amazonas
Brasilien: Matopiba
Brasilien: Pantanal
Brasilien: Atlantischer Regenwald
Argentinien: Gran Chaco
Argentinien: Pampa
Argentinien: Espinal
Paraguay: Gran Chaco
Paraguay: Atlantischer Regenwald
Bolivien: Chiquitania
Bolivien: Amazonas
USA: Nördliche Great Plains
Europa: Donaudelta
Sonstige
Handelsvolumen aus eigenen landwirtschaftlichen Betrieben/Direktbeschaffung/Drittbeschaffung 1 Punkt
Produziert auf eigenen landwirtschaftlichen Betrieben
Direkt von Erzeugern bezogen
Von anderen Drittanbietern bezogen
Unternehmensbetrieb 1 Punkt
Macht das Unternehmen den Standort firmeneigener Verarbeitungsanlagen öffentlich bekannt?
Liste der Lieferanten und landwirtschaftlichen Herkunftsbetriebe 3 Punkte
Für direkte Lieferanten
Für indirekte Lieferanten
Anbaubetrieb

Zertifizierung - 9.09%

Wenn Sojahändler Zertifizierungssysteme anwenden - entweder Systeme Dritter oder ihre eigenen - müssen diese vollständig öffentlich zugänglich gemacht werden. Dazu gehört, dass die eigenen Firmenstandards in ihrer Gesamtheit öffentlich zugänglich gemacht werden, ebenso wie die Offenlegung des prozentualen Anteils der von Zertifizierungssystemen abgedeckten Mengen.

Schlüsselindikatoren
Zertifizierung 1 Punkt
Zertifizierungsprogramm
Zertifiziertes Handelsvolumen mit Credits
Zertifiziertes Handelsvolumen nach System "Mass Balance"
Zertifiziertes Handelsvolumen nach System "Segregation"
Zertifiziertes Handelsvolumen insgesamt
Prozentualer Anteil des zertifizierten Handelsvolumens am gesamten Handelsvolumen Gesamtes zertifiziertes Handelsvolumen
Wenn das Unternehmen ein eigenes Zertifizierungsprogramm hat, wird es öffentlich zugänglich gemacht?
Verfahren zur Rückverfolgbarkeit
Anforderungen an Lieferanten
Stichjahr
Werden mindestens 50 % des Handelsvolumens entweder unter "Identity Preserved" oder "Segregated" CoC-Modellen bezogen?

Policy advocacy - 9.09%

In addition to bold actions within and beyond their own supply chains, traders should advocate for regulatory frameworks that enable progress towards supply chains free of deforestation, conversion, and human rights abuses. Traders should be transparent about any political contributions and campaign expenditures in all relevant jurisdictions.

Schlüsselindikatoren
Offenlegung politischer Verbindungen 1 Punkt
Legt das Unternehmen alle seine politischen Zuwendungen und Aufwendungen für Kampagnen auf allen Regelungsebenen offen?
Interessenvertretung 0 Punkte
Setzt sich das Unternehmen aktiv für regulatorische Rahmenbedingungen ein, die Fortschritte auf dem Weg hin zu Sojalieferketten ohne Entwaldung, Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen ermöglichen?

Antwort auf die Erhebung - 9.09%

Hat das Unternehmen auf die Scorecard-Erhebung geantwortet?

Schlüsselindikatoren
Reaktion 1 Punkt
Hat das Unternehmen auf die Scorecard-Erhebung reagiert?
5.Für den Wandel kooperieren
6 Punkte | 6% DER GESAMTPUNKTZAHL 

Der letzte Bewertungsabschnitt berücksichtigt, ob die Sojahändler mit anderen Akteuren zusammenarbeiten oder Partnerschaften eingehen, um die Nachhaltigkeit des Sojaanbaus und der Sojabeschaffung über ihre eigenen Lieferketten hinaus zu verbessern.

Kooperation für den Wandel - 100%

Sojahändler sollten sich konstruktiv an gemeinschaftlichen Initiativen in den Erzeuger- und Verbraucherländern beteiligen, um einen groß angelegten Wandel hin zu einer Sojabranche ohne Entwaldung oder Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme zu unterstützen. Diese Beteiligung sollte über die Selbstverpflichtungen hinsichtlich der eigenen Lieferkette hinausgehen. Von den Unternehmen sollte gefordert werden, dass sie mittels nachweisbarer Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit in der gesamten Sojabranche beitragen.

Schlüsselindikatoren
Kooperation in den Produktionsländern 3 Punkte
Ist das Unternehmen Mitglied in Biom-spezifischen Arbeitsgruppen zur Bekämpfung sojabedingter (und durch andere Rohstoffe bedingte) Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme in den Biomen, aus denen es Ware bezieht?
Initiativen
Kooperation in den Importmärkten 3 Punkte
Ist das Unternehmen Mitglied von Initiativen in Importmärkten, die sich für eine Null-Entwaldung und Zerstörung anderer Ökosysteme in Soja-Lieferketten (oder rohstoffübergreifend) einsetzen?
Initiativen