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Empfehlungen © Jason Houston / WWF-US

WIR MÜSSEN JETZT HANDELN - ABER WIE?

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Sojahändler

Aufgrund der großen Mengen an Soja, die durch einige wenige Schlüsselakteure bewegt werden, haben Händler einen übergroßen Einfluss darauf, wie das Soja produziert wird. Da sie an der Schnittstelle zwischen den produzierenden Landschaften und den globalen Märkten sitzen, haben Händler die Möglichkeit und die Verantwortung, bedeutende Veränderungen in der gesamten Branche voranzutreiben.

Alle Sojahändler müssen sicherstellen, dass ihre Lieferketten in jeglichen Landschaften, aus denen sie Soja beziehen, nicht zur  Zerstörung natürlicher Ökosysteme und damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen beitragen. Sie müssen ihre Selbstverpflichtungen schneller umsetzen und über ihre eigenen Lieferketten hinaus Zeit und Ressourcen investieren, um dafür zu sorgen, dass ohne Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen produziertes Soja zur Regel wird.

An die Sojahändler richten wir die folgenden Forderungen:

Stärkung und Ausweitung des Umfangs ihrer Selbstverpflichtungen hinsichtlich entwaldungsfreiem und ohne Zerstörung natürlicher Ökosysteme produzierten Sojas, in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Rechenschaftsrahmens (Accountability Framework)

Was ist unter robusten Selbstverpflichtungen zum Verzicht auf Entwaldung/ Zerstörung natürlicher Ökosysteme und zur Achtung der Menschenrechte zu verstehen?

Die Selbstverpflichtungen der Unternehmen zur Vermeidung von Entwaldung und der Zerstörung natürlicher Ökosysteme sollten solide sein und sich an den Best Practices der Accountability Framework-Initiative orientieren. Diese beinhaltet:

  • Eine deutliche öffentliche Selbstverpflichtung, die Zerstörung jeglicher natürlicher Ökosysteme zu beenden, also über ein Ende der reinen Entwaldung hinaus. Diese sollte sowohl die legale als auch die illegale Zerstörung von Ökosystemen abdecken und ein explizites Stichjahr (2020 oder früher) beinhalten, ab dem Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme dazu führt, dass die Produktionsgebiete nicht mehr als mit der Selbstverpflichtung konform gelten. Dies sollte für den Cerrado, den Gran Chaco und alle anderen Biome gelten, aus denen das Unternehmen Soja bezieht, in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Accountability Framework. Bereits bestehende Stichjahre, die an der Accountability Framework-Initiative ausgerichtet sind, sollten respektiert werden, und jegliche sich abzeichnende sektoralen oder biomweiten Stichjahre müssen eingehalten werden. Bestehende Stichjahre, die in der Zukunft liegen oder nicht mit den Vorgaben des Accountability Framework übereinstimmen, sollten angepasst werden.
  • Einen ehrgeizigen Zeitplan zur Erreichung der Ziele.
  • Einen umfassenden Geltungsbereich, der die gesamte Geschäftstätigkeit, alle Beschaffungsregionen sowie direkte und indirekte Lieferanten abdeckt. Bei Händlern sollte dies für die Produzenten gelten, aber auch für andere Händler und Zwischenhändler, von denen die Unternehmen möglicherweise Ware beziehen.
  • Eine starke Selbstverpflichtung zur Achtung der Menschenrechte derjenigen, die in den Lieferketten der Rohstoffproduktion arbeiten oder von diesen betroffen sind. Dies sollte für die gesamte Produktion und Beschaffung sowie für die Finanzinvestitionen des Unternehmens gelten und zumindest die Rechte indigener Völker, lokaler Gemeinschaften und Arbeiter abdecken. Dies sollte auch die Selbstverpflichtung beinhalten, eine freie vorherige, informierte und dokumentierte Zustimmung (FPIC) vor jeder Aktivität einzuholen, die Rechte, Land, Ressourcen, Territorien, Lebensgrundlagen oder die Ernährungssicherheit indigener Völker und/oder lokaler Gemeinschaften beeinträchtigen könnte. Weitere Informationen darüber, was diese Selbstverpflichtung zu Wahrung der Menschenrechte beinhalten sollte, finden sich im Kernprinzip 2 des Accountability Framework.

Weitere Informationen dazu im Accountability Framework: Kernprinzipien 1 bis 3, Benutzerhandbuch zum Verfassen einer ethischen Lieferkettenpolitik und Begriffe und Definitionen.

Beschleunigte Erfüllung der Selbstverpflichtungen hinsichtlich der Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme. Der Zieltermin für die Umsetzung dieser Selbstverpflichtungen sollte die Dringlichkeit des Themas widerspiegeln - wir können nicht bis 2030 oder 2025 warten, um die Naturzerstörung zu stoppen. Die Händler müssen außerdem einen öffentlich zugänglichen, zeitgebundenen Aktionsplan zur Erfüllung ihrer Selbstverpflichtungen vorlegen.

Ein stärkeres Engagement der Lieferanten, den Wandel hin zu einer Industrie voranzutreiben, die ohne Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme auskommt, und zu verankern, indem sie die operativen Leitlinien des Accountability Framework für das Lieferkettenmanagement übernehmen. Unternehmen sollten Fortschritte durch Anreize fördern und auf einen Mangel an Verbesserungen (oder auf verschlechterte Performance) mit Sanktionen reagieren. 

Was sollte das Management für Lieferanten beinhalten?

Unternehmen sollten die Erwartungen an ihre Lieferanten klar kommunizieren, sie bei der Erfüllung unterstützen und kommerzielle und nicht-kommerzielle Mechanismen für den Umgang mit Nichtkonformitäten etablieren.

  •  
  • Kommunikation der Erwartungen an die Lieferanten: Die ethischen Selbstverpflichtungen des Unternehmens hinsichtlich der Lieferkette (einschließlich Stichjahre) sollten in alle Lieferantenmanagementsysteme und -prozesse aufgenommen werden (z. B. Beschaffungsvorgaben, Lieferantenbefähigungen, Verhaltenskodexe, Vertragsklauseln und Vertragsverlängerungen).
  • Unterstützung der Lieferanten bei der Einhaltung der Verpflichtungen: Gute Performance und die Einhaltung von Selbstverpflichtungen sollten mittels kommerzieller (z. B. Angebot größerer Handels-Volumina für stärker regelkonforme Lieferanten) oder nicht-kommerzieller (z. B. Kapazitätsaufbau, Partnerschaften und externe Anerkennung) Mechanismen gefördert und angeregt werden. Weitere Informationen finden Sie in den operativen Leitlinien zum Lieferkettenmanagement
  • Management von Nichtkonformitäten: Wird eine Nichtkonformität festgestellt, sollten die Händler den Lieferanten verpflichten und dabei unterstützen, einen zeitgebundenen Plan umzusetzen, damit das Problem behoben wird. Allerdings sollten die Konsequenzen und ihr Ausmaß abhängig gemacht werden von der Schwere der Nichtkonformität, dem Grad des Verschuldens des Lieferanten und von dessen Willen und Fähigkeit, den Anforderungen gerecht zu werden. Schwerwiegende oder fortdauernde Verstöße sollten mittels unternehmerischer Maßnahmen geahndet werden, die je nach den oben genannten Faktoren eine Verringerung der bezogenen Mengen oder die Suspendierung oder Kündigung eines Lieferanten beinhalten können.

Von allen Lieferanten müssen abgestimmte öffentliche Selbstverpflichtungen gegen Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme und zur Achtung der Menschenrechte sowie auch zeitgebundene Maßnahmenpläne verlangt werden, die für ihre gesamte Geschäftstätigkeit bezüglich aller Rohstoffe (nicht nur Soja) gelten. Dies sollte nicht nur für die Produzenten gelten, sondern auch für andere Händler und Zwischenhändler, von denen die Unternehmen möglicherweise Ware beziehen.

Best Practice die Lieferkette hinauf etablieren

Um Best Practice die Lieferkette hinauf voranzutreiben und eine breite Verankerung des Wandels zu beschleunigen, sollten Händler sicherstellen, dass solche Standards auf Konzernebene in allen Zulieferbetrieben gelten.

Die Standards sollten nicht nur für die Ländereien gelten, von denen der Händler das Soja bezieht, sondern für alle Ländereien im Besitz der Lieferanten.

Die Standards sollten für alle Rohstoffe gelten, die ihre Lieferanten umschlagen - nicht nur für Soja. Dies ist in Bezug auf Soja besonders wichtig, da es in der Regel nicht unmittelbar anschließend an die Entwaldung oder die Zerstörung natürlicher Ökosysteme angepflanzt wird.

Überwachung aller direkten und indirekten Lieferanten im mindestens vierteljährlichen Turnus. Händler sollten die Verifizierung durch Dritte nutzen, um ein hohes Maß an Sicherheit für interne und externe Akteure zu schaffen. Weitere Informationen dazu finden Sie in den operativen Leitlinien zur Überwachung und Verifizierung.

Im Cerrado sollten sich die Händler an das von den NGOs der Cerrado-Arbeitsgruppe entwickelte System zur Überwachung, Verifizierung und Berichterstattung (MVR) anpassen. Dieses System wird bereits von drei Händlern eingesetzt: CJ Selecta, Imcopa und Caramuru.

Behebung aller verursachten negativen menschenrechtlichen Folgen und Sanierung von oder Entschädigung für Umweltschäden oder Ländereien, die nach den geltenden Stichjahren umgewandelt wurden. Siehe die operativen Leitlinien der AFi zur Schadensbehebung und Zugang zu Abhilfe sowie zur Umweltsanierung und Entschädigung.

Unabhängige Verifizierung aller Fortschrittsberichte durch eine dritte Partei, unter Angabe eines klaren Geltungsbereichs und klarer Fristen für die Einhaltung der Verpflichtungen. Weitere Informationen finden Sie in den operativen Leitlinien zu Berichterstattung, Offenlegung und verpflichtungsbezogenen Angaben.

Offenlegung wichtiger Informationen in Bezug auf das Risiko zu Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme in der eigenen Lieferkette. Dazu gehören:

  • Beschaffungsvolumen, aufgeschlüsselt nach:

    • Mengen, die nachweislich ohne Zerstörung von Wald oder natürlichen Ökosystemen produziert wurden, und Methode der Verifizierung

    • Mengen aus risikoreichen Herkünften

    • Zum Anbaubetrieb zurückverfolgbare Mengen in Hochrisikogebieten

    • Zum Anbaubetrieb zurückverfolgbare Mengen, die von Verpflichtungen/Monitoring abgedeckt sind

    • Mengen, die von direkten/indirekten Lieferanten bezogen werden
    • Mengen, die nach glaubwürdigen Standards zertifiziert ohne Zerstörung von Wald und natürlichen Ökosystemen produziert sind, aufgeschlüsselt nach Zertifizierungsprogramm und Lieferkettenmodellen: Identity Preserved, Segregation, Area Mass Balance, Mass Balance, Book and Claim

    • Mengen, für die weder die Herkunft noch das Risiko von Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme bekannt sind

  • Standort ihrer Verarbeitungs- und/oder Produktionsanlagen

  • Informationen über die genaue Herkunft ihrer Sojalieferungen

  • Beschwerdemechanismen, sowie Art und Status ggf. vorgebrachter Beschwerden

  • Monitoringprotokolle und Ergebnisse des Monitoringaufwands bezüglich der direkten und der indirekten Lieferanten

 

 

Ausweitung des Sojaanbaus auf bereits gerodeten landwirtschaftlichen Flächen unterstützen, Sojaanbau verbessern (einschließlich nachhaltiger Intensivierung und verbesserter landwirtschaftlicher Praktiken) und Anreize für den Schutz natürlicher Ökosysteme schaffen (z. B. langfristige Verträge oder Abnahmevereinbarungen). Sojahändler sollten mit anderen Akteuren, einschließlich Landwirten, anderen Unternehmen, Investoren, der Zivilgesellschaft und Regierungen, zusammenarbeiten, um diese Aktivitäten zu fördern und den Sojaanbau von der Zerstörung der Natur zu entkoppeln.

Beteiligung an gemeinsamen Initiativen sowohl in Erzeuger- als auch Konsumentenländern, um den Sojaanbau in großem Umfang dahingehend zu entwickeln, dass auf Entwaldung, auf die Zerstörung natürlicher Ökosysteme und auf Menschenrechtsverletzungen verzichtet wird. Diese Initiativen sollten über die eigenen Lieferketten der Händler hinausgehen und politische und gesetzgeberische Anstrengungen unterstützen.

"Sojahändler müssen sich ab sofort dazu verpflichten, in ihrer gesamten Sojalieferkette die Zerstörung natürlicher Ökosysteme zu stoppen und die Menschenrechte zu achten, und zwar mit Stichjahr 2020 (oder früher). Zudem müssen sie die Umsetzung dieser Selbstverpflichtung beschleunigen."

Sojakäufer

Alle Unternehmen, die Soja verwenden, tragen eine Mitverantwortung daran, die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen des Sojaanbaus zu reduzieren. Wenn es um Informationen über die Herkunft des von ihnen verwendeten Sojas und die damit verbundenen sozialen und ökologischen Risiken geht, stehen die Käufer in der Abhängigkeit der Händler. Daher ist es für sie schwierig, ohne die Händler ihren Selbstverpflichtungen zum Verzicht auf die Zerstörung von Wald oder anderen Ökosystemen und zur Achtung der Menschenrechte nachzukommen. Als Ausgangspunkt ist es daher essenziell, dass alle den Sojahändlern nachgelagerten Käufer deutlich und konsequent Soja nachfragen, das ohne Entwaldung, ohne Zerstörung natürlicher Ökosysteme und ohne Menschenrechtsverletzungen produziert wird.

Nachgelagerte Käufer haben je nach ihrer Position in der Lieferkette unterschiedlich großen Einfluss auf die Sojahändler. Vor diesem Hintergrund rufen wir jeden einzelnen Sektor der Soja-Wertschöpfungskette auf, seinen Einfluss individuell und/oder über entsprechende Plattformen zu maximieren, um Entwaldung, die Zerstörung natürlicher Ökosysteme und die Missachtung von Menschenrechten zu stoppen.

  • Futtermittel- und Mischfutterhersteller sind besonders gut positioniert, um die Branche zum positiven hin zu verändern. Sie kaufen oft direkt von Händlern, in riesigen Mengen, und sind auch weitläufig mit Produktherstellern, Einzelhändlern und Food-Service-Unternehmen verbunden.

  • Produkthersteller produzieren oder verarbeiten tierisches Eiweiß - Fleisch, Eier, Milchprodukte, Aquakulturprodukte - zu unverarbeiteten oder verarbeiteten Lebensmitteln. Sie sind maßgeblich dafür verantwortlich, ein Verständnis für die Menge, die Herkunft und das potentielle Risiko von Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen hinsichtlich des als Futtermittel in ihre Produkte eingebettete Sojas zu entwickeln und diese Informationen an die Endabnehmer, einschließlich der Einzelhändler und der Food Service Industrie weiterzugeben. 

  • Einzelhändler, Markenhersteller und Food Service-Unternehmen haben eine große Anzahl von Lieferanten und verwenden große Mengen an in Futtermitteln enthaltenem Soja. Sie können eine große Bandbreite an Lieferanten ansprechen, um deren Verhalten zu beeinflussen und Veränderungen in der gesamten Lieferkette zu bewirken, bis hin zu den Soja-Handelsunternehmen. Da sie die direkteste Verbindung zu den Verbrauchern haben, spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Kommunikation darüber, woher ihr Soja stammt. Sie sollten die Rolle der Sojahändler in ihrer Lieferkette deutlich machen. 

Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass alle Käufer ihre direkten und indirekten Lieferanten - einschließlich Sojahändlern - stärker einbinden und ehrgeizige Maßnahmen hinsichtlich der gesamten Geschäftstätigkeit ihrer Lieferanten fordern und entsprechende Anreize schaffen. Forderungen nach machbarem Wandel, statt einer reinen Fokussierung auf saubere Lieferketten, ist entscheidend wichtig für einen schnellen Wandel hin zu Soja, das ohne Naturzerstörung produziert wird.

Der WWF richten die folgenden Forderungen an alle Sojakäufer:

Eine Selbstverpflichtung, gegen Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen in ihren Lieferketten, die ihre gesamte Geschäftstätigkeit abdeckt und mit den Leitlinien des Accountability Framework übereinstimmt.

Was ist unter robusten Selbstverpflichtungen zum Verzicht auf Entwaldung/ Zerstörung natürlicher Ökosysteme und zur Achtung der Menschenrechte zu verstehen?

Die Selbstverpflichtungen der Unternehmen zur Vermeidung von Entwaldung und der Zerstörung natürlicher Ökosysteme sollten solide sein und sich an den Best Practices der Accountability Framework-Initiative orientieren. Diese beinhaltet:

  • Eine deutliche öffentliche Selbstverpflichtung, die Zerstörung jeglicher natürlicher Ökosysteme zu beenden, also über ein Ende der reinen Entwaldung hinaus. Diese sollte sowohl die legale als auch die illegale Zerstörung von Ökosystemen abdecken und ein explizites Stichjahr (2020 oder früher) beinhalten, ab dem sich nachweislich kein Soja von neu abgeholzten Flächen in der Lieferkette befindet. Dies sollte für den Cerrado, den Gran Chaco und alle anderen Biome gelten, aus denen das Unternehmen Soja bezieht, in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Accountability Framework. Bereits bestehende Stichjahre, die an der Accountability Framework-Initiative ausgerichtet sind, sollten respektiert werden, und jegliche sich abzeichnende sektoralen oder biomweiten Stichjahre müssen eingehalten werden. Bestehende Stichjahre, die in der Zukunft liegen oder nicht mit den Vorgaben des Accountability Framework übereinstimmen, sollten angepasst werden.

  • Einen ehrgeizigen Zeitplan zur Erreichung der Ziele.

  • Einen umfassenden Geltungsbereich, der die gesamte Geschäftstätigkeit, alle Beschaffungsregionen sowie direkte und indirekte Lieferanten abdeckt. Bei Händlern sollte dies für die Produzenten gelten, aber auch für andere Händler und Zwischenhändler, von denen die Unternehmen möglicherweise Ware beziehen.

  • Eine starke Selbstverpflichtung zur Achtung der Menschenrechte derjenigen, die in den Lieferketten der Rohstoffproduktion arbeiten oder von diesen betroffen sind. Dies sollte für die gesamte Produktion und Beschaffung sowie für die Finanzinvestitionen des Unternehmens gelten und zumindest die Rechte indigener Völker, lokaler Gemeinschaften und Arbeiter abdecken. Dies sollte auch die Selbstverpflichtung beinhalten, eine freie vorherige, informierte und dokumentierte Zustimmung (FPIC) vor jeder Aktivität einzuholen, die Rechte, Land, Ressourcen, Territorien, Lebensgrundlagen oder die Ernährungssicherheit indigener Völker und/oder lokaler Gemeinschaften beeinträchtigen könnte. Weitere Informationen darüber, was diese Selbstverpflichtung zu Wahrung der Menschenrechte beinhalten sollte, finden sich im Kernprinzip 2 des Accountability Framework.

Weitere Informationen dazu im Accountability Framework: Kernprinzipien 1 bis 3, Benutzerhandbuch zum Verfassen einer ethischen Lieferkettenpolitik und Begriffe und Definitionen.

●    Stärkung der Beziehung zu den Lieferanten, um auf deren Performance zu reagieren und die Einhaltung der Selbstverpflichtungen gewährleisten zu können. Hierfür sollten die Leitlinien des Accountability Framework zum Lieferkettenmanagement übernommen werden. Unternehmen sollten Fortschritte durch Anreize fördern und auf mangelnde Verbesserungen (oder schlechtere Performance) mit Sanktionen reagieren. Diese könnten proaktives oder reaktives Engagement sowie kommerzielle oder nicht-kommerzielle Mechanismen umfassen.

Was sollte ein Qualitätsmanagement für Lieferanten beinhalten?

  • Systematische Bewertung der Qualität der Lieferanten im Hinblick auf Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen in ihren Betrieben; Aufforderung der Lieferanten, ihre Qualität zu verbessern. Sofern das Unternehmen nicht in der Lage ist, selbst detailliertere Bewertungen durchzuführen oder auf solche zuzugreifen, sollen die Ergebnisse dieser Scorecard genutzt werden, um Beschaffungsentscheidungen zu treffen, und die Lieferanten sollten gebeten werden, dies ebenfalls zu tun.
  • Ermutigung zu Fortschritten mithilfe von Anreizen und Sanktionierung mangelnder Verbesserungen (oder schlechterer Performance). Soja-Einkäufern wird dringend empfohlen, sowohl kommerzielle als auch nicht-kommerzielle Anreize und Sanktionen zu setzen, um die Wirkung des Qualitätsmonitoring zu maximieren. Kommerzielle Maßnahmen können Anpassungen von Produktspezifikationen, Beschaffungsvorgaben, Lieferantenbefähigungen, Verhaltenskodexe, Vertragsklauseln und Vertragsverlängerungen umfassen, die in allen Phasen des Einkaufsprozesses eingesetzt werden können. Nicht-kommerzielle Maßnahmen können zum Beispiel offene Briefe und Handlungsaufforderungen oder Aktivitäten zum Kapazitätsaufbau umfassen.
  • Ein wichtiges Beispiel für eine kommerzielle Maßnahme, die alle Einkäufer in Erwägung ziehen sollten, ist es, Klauseln in die Verträge mit allen Direktlieferanten aufzunehmen, also vertraglich die Einhaltung von Selbstverpflichtungen hinsichtlich der Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme (einschließlich des Stichjahres 2020 oder früher) festzuschreiben. Diese Möglichkeit wurde 2021 von acht französischen Einzelhändlern genutzt, und wir ermutigen alle Soja-Einkäufer dringend, diesem Beispiel zu folgen.
  • Unternehmen müssen sowohl mit proaktiven als auch mit reaktiven Praktiken ihre Lieferanten einbinden: zur Vorbeugung und auch zur Lösung ökologischer oder sozialer Probleme und zur Behebung entstandener Schäden.
  • Wird eine Nichtkonformität festgestellt, sollten die Käufer sich mit den Lieferanten beraten und sie dabei unterstützen, einen zeitgebundenen Plan umzusetzen, der das Problem behebt. Allerdings sollten die Konsequenzen und ihr Ausmaß abhängig gemacht werden von der Schwere der Nichtkonformität, dem Grad des Verschuldens des Lieferanten und von dessen Willen und Fähigkeit, den Anforderungen gerecht zu werden. Weitere Informationen dazu finden Sie in den operativen Leitlinien zum Lieferkettenmanagement.

Käufer sollten die Ergebnisse dieser Scorecard und anderer Bewertungen (z. B. durch die Soy Transparency Coalition) in ihre Beschaffungsentscheidungen einbeziehen und dafür nutzen, ihre Erwartungen an Fortschritte seitens der Händler in der Lieferkette festzulegen. Die Käufer sollten in Erwägung ziehen, von den Händlern die Vorlage eines zeitgebundenen Verbesserungsplans als Bedingung für Lieferungen/zukünftige Verträge zu verlangen, und Zusammenkünfte einberufen, um Fortschritte zu überprüfen. Sie sollten die Ergebnisse dieser Scorecard und die daraus resultierenden Empfehlungen mit ihren Direktlieferanten teilen und sie dazu anregen, diese in ihre eigenen Entscheidungen zur Beschaffung zu integrieren.

Käufer sollten von ihren Lieferanten abgestimmte öffentliche Selbstverpflichtungen zum Stopp der Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme und zur Achtung der Menschenrechte verlangen sowie auch zeitgebundene Aktionspläne, deren Maßnahmen ihre gesamte Geschäftstätigkeit abdecken.

Einhaltung eines hohen Maßes an Transparenz in Bezug auf den Soja-Fußabdruck, die genannten Selbstverpflichtungen und bereits erzielten Fortschritte.

Mindestens jährliche öffentliche Fortschrittsberichte zu folgenden Aspekten:

  • Fortschritte in Bezug auf ihre eigenen Selbstverpflichtungen, die Entwaldung und Zerstörung anderer Ökosysteme in Lieferketten zu beenden, gemessen an ihren öffentlich verfügbaren Aktionsplänen.

  • Größe ihres Soja-Fußabdrucks und des Anteils, der nachweislich nicht zur Entwaldung oder Zerstörung anderer Ökosysteme beiträgt (z. B. durch eine robuste Chain-of-Custody-Zertifizierung) oder der durch andere Zertifizierungssysteme abgedeckt wird.

  • Anteil des Soja-Fußabdrucks, der so weit zurückverfolgt werden kann, dass das Unternehmen die Regelkonformität belegen kann. (Für mehr Informationen siehe Kernprinzip 5, und die Richtlinien zum Lieferkettenmanagement)

  • Die in der Lieferkette vorhandenen Sojahändler, einschließlich des prozentualen Anteils am gesamten Sojavolumen, das von jedem der Händler bezogen wird, sowie Angaben zu den Bemühungen des Unternehmens, mit den Sojahändlern eine effektive branchenweite Lösung zu finden.

Erwägung von Investitionen in die Entwicklung nachhaltiger neuartiger Futtermittelzutaten (z. B. Insektenproteine oder Algen), um den Druck auf natürliche Ökosysteme heute und in Zukunft zu verringern.

Zusammenarbeit mit dem Ziel, einen umfassenden Wandel voranzutreiben, hin zu einer Sojaindustrie, die ohne die Zerstörung von Ökosystemen auskommt. Einsatz für politische Veränderungen ein, die einen solchen Wandel ermöglichen, und Beteiligung an Initiativen wie Gruppe der Unterzeichner der Unterstützungserklärung für das Cerrado Manifesto, der Soy Transparency Coalition, der Consumer Goods Forum’s Forest Positive Coalition, der Cerrado Funding Coalition, den European National Soy Initiatives and der China Sustainable Meat Declaration.

Prüfung der Nutzung langfristiger Verträge oder Abnahmevereinbarungen, um den Produzenten finanzielle Sicherheiten zu bieten. Diese können ihnen Zugang zu langfristiger Finanzierung für Investitionen in nachhaltigere Produktionssysteme, einschließlich der Sanierung degradierten Landes, verschaffen.

Erwägung der Bündelung langfristiger Verträge mit anderen nachgelagerten Käufern, um Sojahändlern und anderen nachgelagerten Akteuren Mengenanreize zu setzen. Diese machen es für sie attraktiver, Produkte mit Soja anzubieten, das ohne die Zerstörung von Ökosystemen produziert wurde.

"Sojakäufer müssen sicherstellen, dass ihre eigenen Sojalieferketten keine Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen beinhalten. Von ihren Lieferanten müssen sie verlangen, dass diese in ihrem gesamten Tätigkeitsbereich entsprechende Maßnahmen ergreifen und gängige Biom-weite Lösungen stärker unterstützen."

Finanzinstitutionen

Finanzinstitutionen können auf die Unternehmen in ihren Finanzportfolios Einfluss ausüben und von ihnen verlangen, die Zerstörung von Wald und anderen natürlichen Ökosystemen zu beenden. Sie sollten dringend daran arbeiten, Entwaldung, die Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen aus all ihren Investitionen und Portfolios zu eliminieren. Während die Nachfrage steigt und die Preise in die Höhe schießen, könnten die Sojakäufer in ihrer Fähigkeit, einen Wandel zu bewirken, eingeschränkt sein: Kapitalgeber könnten dann eine noch wichtigere Rolle spielen. Nach Recherchen des WWF stellt eine Gruppe von nur 12 Finanzinstitutionen ADM, Bunge, Cargill, COFCO und Louis Dreyfus Company Finanzmittel in Höhe von 17,2 Milliarden US-Dollar zur Verfügung (Kreditvergabe und Zeichnung von Anleihen). Diese Finanzinstitutionen sind auch dafür verantwortlich, dem Risiko der Entwaldung, der Zerstörung anderer natürlicher Ökosysteme und menschenrechtlichen Risiken im Zusammenhang mit ihren Portfolios entgegenzuwirken.

Alle Finanzinstitutionen, die Unternehmen in der Sojabranche finanzieren oder ihnen Finanzdienstleistungen bereitstellen, sollten:

... die Sojahändler-Scorecard verwenden, um jegliche Risiken hinsichtlich der Entwaldung, der Zerstörung natürlicher Ökosysteme und der Missachtung von Menschenrechten, die von den bewerteten Händlern in ihrem Portfolio ausgehen, zu identifizieren und zu überprüfen. Diese Methodik sollte auch verwendet werden, um weitere Händler einzubinden, die nicht in dieser Scorecard beurteilt wurden. Außerdem sollten sie die Haftungsregimes der verschiedenen Länder für Unternehmen berücksichtigen, die illegal produzierte Artikel kaufen und weiterverkaufen oder den Kauf oder Verkauf finanzieren. Des Weiteren sollten sie das Risiko für Unternehmen aufgrund von Kohlendioxidemissionen und eingebetteten THG-Emissionen für Sojahändler sowie für alle nachgelagerten Käufer von Soja bewerten, welches mittels Entwaldung erzeugt wurde.

... die in dieser Scorecard enthaltenen Empfehlungen an Händler und Käufer als Referenzliste dafür betrachten, was investierende Unternehmen und andere Kunden in der Sojabranche tun sollten. Auch sollten sie diese dazu befragen, welche Ansätze sie verfolgen.

... im Rahmen ihrer Geschäftspolitik hinsichtlich Entwaldung/Zerstörung natürlicher Ökosysteme bzw. hinsichtlich Agrarrohstoffen allgemein, eine Soja-Strategie entwickeln und veröffentlichen.

Was sollte diese Geschäftspolitik von Kunden/Unternehmen verlangen?

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  • Selbstverpflichtung zu einer Geschäftspolitik, die die Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme mit Stichjahr 2020 (oder früher) unterbindet.

  • (Für Erzeuger, Verarbeiter und Händler unter den Klienten:) Ehrgeizige und zeitgebundene Selbstverpflichtungen und Aktionspläne zu erstellen, mit dem Ziel, so schnell wie möglich und spätestens bis 2025 Lieferketten ohne Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme zu etablieren, und die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette bis auf die Ebene des landwirtschaftlichen Betriebs zu gewährleisten, sowohl für das eigene Unternehmen als auch für Dritte.

  • Implementierung eines soliden Systems zur Überwachung, Verifizierung und Berichterstattung (MVR), das sich an der Accountability Framework-Initiative orientiert und in Absprache mit zivilgesellschaftlichen Organisationen entwickelt wurde, um Fortschritte bei der Zielerreichung zu messen und für die entsprechende Berichterstattung.

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  • (Für nachgelagerte Klienten:) Einkauf bei Soja-Lieferanten, die Sorgfaltspflichtregelungen anwenden, um die vollständige Legalität und den Status des verwendeten Sojas hinsichtlich Entwaldung/Zerstörung anderer Ökosysteme garantieren zu können und eine 100-prozentige Rückverfolgbarkeit der Lieferkette bis zur Mühle zu gewährleisten.

... sich verpflichten, wissenschaftsbasierte Ziele für die Natur / wissenschaftsbasierte Ziele für Finanzinstitutionen festzulegen. Für Scope-3-Emissionen in ihrer eigenen Institution sollten sie in Erwägung ziehen, glaubwürdig vermiedene oder sequestrierte ‚Carbon Insets‘ von Sojaproduzenten oder -händlern in ihrem Finanzportfolio zu kaufen. Damit setzen sie weitere Anreize für die Produzenten oder Händler, die dazu beitragen, die Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme durch direkt oder indirekt finanziertes Soja zu reduzieren.

Wahrung eines hohen Maßes an Transparenz und Offenlegung.

Was sollten Finanzinstitutionen in Jahres- oder ESG-Berichten offenlegen?

  • Den Prozentsatz der Produzenten- und Händlerkunden/investierenden Unternehmen, deren gesamte Geschäftstätigkeit durch einen zeitgebundenen Aktionsplan abgedeckt ist, der zu 100 Prozent ohne Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme erzeugtes Soja und Rückverfolgbarkeit bis zum landwirtschaftlichen Anbaubetrieb zum Ziel hat.

  • Den Prozentsatz der nachgelagerten Kunden/investierenden Unternehmen, die bei Soja-Lieferanten mittels eines Sorgfaltsprüfungssystems einkaufen, das die volle Rechtmäßigkeit und den Status des Sojas hinsichtlich Entwaldung/Zerstörung natürlicher Ökosysteme garantiert.

  • Prozesse, die die Regelkonformität des Kunden/investierenden Unternehmens und des Fortschritts bei zeitgebundenen Aktionsplänen überwachen sowie Schritte, die bei Nichteinhaltung oder fehlenden, nicht-zufriedenstellenden Fortschritten bei der Umsetzung dieser Aktionspläne unternommen werden.
  • Prozesse zur Eskalation des Engagements bei Portfoliounternehmen, die keine zufriedenstellenden Fortschritte bei der Umsetzung dieser Aktionspläne machen.

... sich darauf festlegen, Kunden/investierenden Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, zu verpflichten und dabei zu unterstützen, auf Rohstofflieferketten hinzuarbeiten, die keinen Wald oder natürliche Ökosysteme zerstören. Zu diesem Zweck sollten sie Kundenkontakte, Schulungen und Programme zum Kapazitätsaufbau organisieren.

... mit anderen Investoren zusammenarbeiten und ihre kommunikativen Anstrengungen hinsichtlich der Produktion von Soja und anderen Rohstoffe ohne Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme mit anderen Aktionären abstimmen. Dies könnte zum Beispiel den Beitritt zu und die aktive Teilnahme an den folgenden Initiativen beinhalten:

  • Zusammenarbeit multipler Akteure, mit dem Ziel, die Zerstörung von Wald und anderen Ökosystemen in der Rohstoffproduktion zu unterbinden, einschließlich der Gruppe der Unterzeichner der Unterstützungserklärung für das Cerrado Manifesto.

  • Koalitionen und Initiativen für nachhaltiges Investment, wie z. B. die UN Principles for Responsible Investment.

  • Plattformen zum Austausch von Informationen und Wissen.

"Finanzinstitutionen sollten von allen Kunden eine Selbstverpflichtung verlangen, die beinhaltet, dass Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme (zum Stichjahr 2020 oder früher) vermieden und die Menschenrechte geachtet werden. Zudem sollten sie ehrgeizige, terminierte Maßnahmen Pläne zur Umsetzung dieser Vorgaben aufstellen."

Politik in den Erzeugerländern

Politische Entscheidungsträger:innen spielen eine bedeutende Rolle, wenn es darum geht, Lieferketten ohne Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme weltweit zu gestalten, denn sie können sowohl in den Konsumenten- als auch in den Erzeugerländern strenge Gesetze erlassen, die dazu beitragen, ausgewogene Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, indem alle Akteure die gleichen Standards erfüllen müssen.

Unsere Forderungen an die politischen Entscheidungsträger:innen in den Erzeugerländern:

Verabschiedung und Durchsetzung verbindlicher Gesetze, Strategien und Anreize, die eine nachhaltigere Produktion von Agrarrohstoffen vorschreiben, einschließlich Anforderungen zum Stopp von Entwaldung, der Zerstörung natürlicher Ökosysteme und der Missachtung von Menschenrechten sowie Anforderungen für eine höhere Rückverfolgbarkeit und Transparenz.

Einführung konkreter finanzieller und technischer Anreize für Produzenten (abhängig von Stichjahren hinsichtlich der Zerstörung von Ökosystemen und von der Einhaltung Biom-weiter Lösungen), um keine weiteren Ökosysteme zu zerstören, verantwortungsvolle Produktionspraktiken anzuwenden, eine nachhaltige Intensivierung zu fördern und degradierte Flächen zu rehabilitieren, die zur Ausweitung des Anbaus genutzt werden könnten.

Förderung öffentlich-privater Partnerschaften, die darauf abzielen, Entwaldung und die Zerstörung natürlicher Ökosysteme und damit verbundene Missachtungen von Menschenrechten zu beenden.

Einsatz für die beschleunigte Bereitstellung von Rohstoffen, die ohne Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen erzeugt wurden. Dies stellt ein Element zur Umsetzung des Pariser Abkommens zum Klimawandel, der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) dar.

Zusammenarbeit mit der Industrie, um nationale Allianzen zu bilden und auf Landesebene Initiativen für nachhaltige Rohstoffe zu entwerfen, die die Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme sowie Menschenrechtsverletzungen verhindern und eine nachhaltige Landnutzungsplanung fördern.

Förderung und Umsetzung von Richtlinien zugunsten naturnaher Entwicklungsperspektiven ohne Zerstörung von Wald und natürlichen Ökosystemen in Hochrisikoregionen (konsolidierte und neu entstehende Fronten der Entwaldung und des Flächenumbruchs. Hierzu gehört zum Beispiel die Förderung langfristig angelegter Schutz- und Renaturierungsbemühungen mittels einer nachhaltigen, fairen und partizipativen wirtschaftlichen Nutzung von Wäldern und anderen natürlichen Ökosystemen sowie auch die Stärkung traditioneller Landnutzungen und Landrechte.

Keine Gewährung landwirtschaftlicher Kredite oder COVID-19-Sanierungshilfen für Erzeuger oder nachgelagerte Händler, Futtermittelunternehmen, Hersteller von tierischem Protein, Markeninhaber, Käufer oder Finanzinstitutionen, die sich nicht öffentlich zu diesen Zielen verpflichtet haben.

"Politische Entscheidungsträger:innen sollten verpflichtende Gesetze verabschieden und durchsetzen, um sicherzustellen, dass in allen Lieferketten für Agrarrohstoffe Entwaldung, die Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Verstöße gegen die Menschenrechte gestoppt werden."

Politik in den Konsumentenländern

Politische Entscheidungsträger:innen spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Lieferketten ohne Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme weltweit zu gestalten, denn sie können sowohl in den Verbraucher- als auch in den Erzeugerländern strenge Gesetze erlassen, die dazu beitragen, ausgewogene Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, indem alle Akteure die gleichen Standards erfüllen müssen.

Unsere Forderungen an die politischen Entscheidungsträger:innen in den Verbraucherländern:

Verabschiedung und Durchsetzung verbindlicher Gesetze, Strategien und Anreize, um sicherzustellen, dass keine landwirtschaftlichen Rohstoffe und daraus hergestellten Produkte auf ihre Märkte gelangen, die mit Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme oder Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stehen. Dies sollte sowohl für Unternehmen als auch für Finanzinstitutionen gelten.

Erarbeitung und Einführung klarer Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Transparenz entlang der Lieferkette sowie einer robusten und verbindlichen Sorgfaltspflicht, die für Unternehmen gilt, die mit landwirtschaftlichen Rohstoffen handeln, diese nutzen oder finanzieren (einschließlich Erstimporteure). Zweck ist es, das Risiko einzuschätzen und zu minimieren, dass die Produkte und Rohstoffe der Unternehmen mit der Zerstörung von Wäldern oder natürlichen Ökosystemen und/oder mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stehen.

Austausch und Kooperation mit den Erzeugerländern, um die Entwicklung und Umsetzung finanzieller und technischer Lösungen zu unterstützen, die alle Akteure einbeziehen. Ziel ist es, naturnahe Entwicklungsperspektiven zu fördern, die ohne die Zerstörung von Wald und anderen Ökosystemen auskommen. Dies beinhaltet zum Beispiel Unterstützung für die Landnutzungsplanung oder für Kleinbauern, aber auch Maßnahmen innerhalb des Landes, auch im Hinblick auf gesunde, nachhaltige Ernährung, mit dem Ziel, die Umstellung auf nachhaltigere Landwirtschafts- und Ernährungssysteme zu erleichtern.

Etablierung einer öffentlicher Beschaffungspolitik, die Rohstoffe ohne Entwaldung oder Zerstörung natürlicher Ökosysteme erzeugt.

Einsatz für die beschleunigte Bereitstellung von Rohstoffen, die ohne Entwaldung, Zerstörung natürlicher Ökosysteme und Menschenrechtsverletzungen erzeugt wurden, und zwar anknüpfend an und unter Zugrundelegung der Arbeit der EU zu entwaldungsfreien Lieferketten, der Amsterdam Declarations Partnership, der New York Declaration on Forests und nationalen Selbstverpflichtungen hinsichtlich nachhaltiger Lieferketten.

Zusammenarbeit zwischen Soja-importierenden Ländern, um Erzeugerregionen bei der Umstellung auf nachhaltige Produktion zu unterstützen und die Verlagerung nicht-nachhaltiger Produkte zu vermeiden.

Verabschiedung von Richtlinien und Setzung von Anreizen mit dem Ziel, schädlichen Konsum und Abfall zu reduzieren.

Keine Bereitstellung von Subventionen oder COVID-19-Sanierungshilfen für Händler, Vorlieferanten, Verarbeiter, Futtermittelunternehmen, Hersteller von tierischem Protein, Einzelhändler, Markeninhaber oder Finanzinstitutionen, die mittels der Zerstörung von Wald oder anderen Ökosystemen erzeugtes Soja in jeglicher Form einkaufen oder dessen Produktion, Handel oder Verwendung fördern.

"Politische Entscheidungsträger:innen sollten verpflichtende Gesetze verabschieden und durchsetzen, um sicherzustellen, dass in allen Lieferketten für Agrarrohstoffe auf Entwaldung, auf die Zerstörung natürlicher Ökosysteme und auf Verstöße gegen die Menschenrechte verzichtet wird."